I. Was ist Biodiversität?
Unter Biodiversität versteht man die gesamte Vielfalt des Lebens auf der Erde – von den genetischen Unterschieden innerhalb einer Art über die Vielfalt der Arten bis hin zu den unterschiedlichen Ökosystemen und ihren Wechselwirkungen.
Diese Vielfalt bildet die Grundlage für stabile, widerstandsfähige Lebensgemeinschaften und damit auch für das menschliche Leben.
Man unterscheidet vier Ebenen der Biodiversität:
- Genetische Vielfalt
Die genetischen Unterschiede zwischen Individuen einer Art bestimmen deren Anpassungsfähigkeit. Je größer die genetische Vielfalt einer Population, desto widerstandsfähiger ist sie gegenüber Krankheiten oder Umweltveränderungen. - Artenvielfalt
Sie beschreibt die Anzahl und Vielfalt von Tier-, Pflanzen-, Pilz- und Mikroorganismenarten in einem Lebensraum sowie ihre ökologischen Beziehungen. Jede Art erfüllt eine bestimmte Funktion im Gefüge des Lebensraumes und trägt zur Stabilität des Gesamtsystems bei. - Ökosystemvielfalt
Sie umfasst die Vielfalt verschiedener Lebensräume – Wälder, Feuchtgebiete, Grasländer, Seen oder Küsten – und der darin existierenden Lebensgemeinschaften. Je größer diese Vielfalt, desto mehr Arten und ökologische Prozesse können bestehen. - Ökosystemdienstleistungen
Ökosysteme erbringen Leistungen, die für den Menschen unverzichtbar sind.
Man unterscheidet:- Versorgungsdienstleistungen: Nahrung, Wasser, Holz, genetische Ressourcen
- Regulierende Dienstleistungen: Klimaregulierung, Hochwasserschutz, Wasserqualität und Luftreinhaltung
- Kulturelle Dienstleistungen: Erholung, Tourismus, Inspiration
- Unterstützende Dienstleistungen: Sauerstoffproduktion, Bodenbildung, Bestäubung, Nährstoffkreislauf
Ein zentrales Beispiel ist die Photosynthese – die Umwandlung von CO₂ in Sauerstoff – sowie die Bestäubung durch Insekten. Beide Prozesse sind entscheidend für die Stabilität des Lebens auf der Erde.

